Die [HILLS] 10 - Pau Capell im Interview

Aktualisiert: 10. Apr.



Wie lange läufst du schon?

Ich laufe nun seit etwa 10 Jahren und bin eigentlich durch eine Verletzung dazu gekommen. Nach einem Bänderriss im linken Knie hat mir der Arzt damals empfohlen, einfach mal laufen zu gehen. Was als Therapie begonnen hat, wurde für mich zur absoluten Leidenschaft.


Was bedeutet dir das Laufen?

Ich habe mich einfach sofort in die Berge, ins Trailrunning und die Community verliebt. Es war magisch und absolut anders als meine Erfahrungen aus dem Fußball und Tennis. Eben deshalb mache ich besonders gerne die Ultratrails – ich laufe einfach gerne und lange in den Bergen! Ich fühle mich frei und unbefangen. Ich kann so dem Stress des Alltags entkommen und tauche in meine völlig eigene Welt ab.


Wo läufst du am liebsten?

Grundsätzlich ist es mir absolut egal. Ich liebe es zwar in den Bergen zu laufen, aber ich genieße es genauso auf der Straße oder der Bahn meine Beine zu bewegen. Da ich in Andorra lebe und die Berge somit direkt vor der Haustüre habe, zieht es mich dann natürlich doch deutlich öfter mal auf ihre Gipfel.


Welche Sportarten machst du außer dem Laufen noch?

Ich spiele Tennis. Ich padel gerne. Ich fahre Rad. Ich verbringe natürlich auch Zeit im Gym, bereite mich hier gezielt auf meine Saison vor und arbeite an der einen oder anderen „Schwachstelle“. Im Winter verbringe ich viel Zeit auf den Schiern und mache Touren. Ich habe einfach Freude daran Sport zu betreiben und mich zu bewegen, deshalb fällt es mir sehr leicht, mich für unterschiedliche Aktivitäten zu begeistern.


Was treibt dich voran?

Meine größte Motivation ist schlicht und einfach mit jedem Tag besser zu werden. Deshalb trainiere ich so hart und nehme an Wettkämpfen teil. Es sind Möglichkeiten, mich selbst zu fordern und so stetig weiter zu wachsen. Das treibt mich voran.


Wer oder was inspiriert dich?

Was mich inspiriert, weiß ich gar nicht so genau. Mit Sicherheit aber meine Familie. Ich habe viel von meinen Eltern gelernt. Besonders meine Beziehung zum Sport wurde sehr durch meinen Vater geprägt. Ich habe als Kind häufig mit ihm Tennis gespielt und so vor allem gelernt, was es heißt zu verlieren. Durch diese Erfahrungen habe ich im weiteren Verlauf begonnen zu begreifen, dass ich immer weiter an mir arbeiten und mich weiterentwickeln muss.


Was ist deine schönste sportliche Erfahrung?

Hier fällt mir natürlich sofort mein Sieg beim UTMB 2019 ein. Es war einfach magisch und ein absoluter Traum von mir das zu schaffen! Ich fühlte mich gut, lief mein eigenes Rennen und bin mit meiner Leistung, an diesem Tag, einfach absolut zufrieden. Am Ende hat es dann eben sogar für den Sieg ausgereicht. Dieses Rennen ist eine der schönsten Erfahrungen, die ich im Trailrunning bisher machen durfte.


Hast du Empfehlungen für eine/n Buch/Film/Podcast?

Ich habe vor etwa 15 Jahren das erste Mal „Braveheart“ gesehen und liebe diesen Film auch heute noch. Beim Laufen höre ich sehr oft den katalonischen Podcast „La Sotana“, ein Podcast, der sich um meinen liebsten Fußballclub FC Barcelona dreht. Ich finde daran gut, dass er nichts mit dem Laufen zu tun hat und er ist sehr, sehr witzig. Als Buchempfehlung fällt mir „Der Mönch, der seinen Ferrari verkaufte“ ein, weil es mich immer wieder daran erinnert, dass ich auch mit „weniger“ zufrieden und glücklich sein kann.


Was lernst du gerade, was du noch nicht so gut kannst?

In der Vergangenheit war ich oft nicht sehr empathisch mit anderen Personen. Meine Position in der Öffentlichkeit hat mir aber beigebracht, dass das eigene Auftreten durchaus wichtig ist und auch wie man mit seinem Umfeld umgeht. Ich versuche nun viel aufmerksamer zuzuhören und manchmal auch einfach mal den Mund zu halten, wenn es angebrachter ist. Außerdem bin ich dabei zu lernen, in meinem Leben klarere Prioritäten zu setzen. Ich denke, dass wir uns oft das Leben selbst schwerer machen, als es sein müsste. Ich trainiere, bin selbst Coach, habe Pflichten meinen Sponsoren gegenüber und verliere mich zwischen diesen Aufgaben manchmal selbst. Ich möchte diese einzelnen Aufgaben zukünftig bewusster und aufmerksamer erfüllen, anstatt zwischen ihnen zerrissen zu werden. Eben den „richtigen“ Fokus zu setzen.


Zitat

Folge deinen Träumen aber vergiss dabei niemals die Personen, die dir das überhaupt erst ermöglichen!


Anm. [HILLS] Redaktion: Pau hat uns das Interview als Audio übermittelt. Wenn du Lust hast, kannst du es dir hier anhören.